Autor Thema: plastikfreie Bio-Caches  (Gelesen 425 mal)

Offline pferseeer

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plastikfreie Bio-Caches
« am: 18. Mai 2017, 12:26:11 »
Hallo zusammen,

da ich seit einiger Zeit auch unter die Owner gegangen bin und viel Spaß dabei habe stellen sich mir jetzt aber auch ein paar Fragen.

Leider verteilen wir mit unserem Hobby einen weiteren Haufen Plastik auf der Erde.
Im besten Fall sind es wiedergenutzte Dosen die nicht extra fürs cachen produziert wurden.
Da habe ich schon eine Quote von etwa 50%.
In der Stadt habe ich auch kein Problem so etwas zu versteccken.
Anders sieht es in der freien Natur aus. Hier möchte ich komplett plastikfrei sein also nur Materialien verwenden die früher oder später wieder zu Erde werden.

Nun habe ich auch schon ein paar Ideen wie z.B. Holz welches mit deinem wasserfesten Stift geloggt werden sollte.
Auch Gläser mit z.B. einem Korken verschlossen kommen in Frage wobei hier die Brandgefahr und Scherben etwas problematisch sind.

Hat jemand noch andere Ideen?
Mir geht es mehr um das Material ich möchte nicht eure Dosen kopieren.

Beste Grüße

Pferseeer

Offline mic@

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Re: plastikfreie Bio-Caches
« Antwort #1 am: 18. Mai 2017, 16:14:28 »
Zitat von: pferseeer
Anders sieht es in der freien Natur aus. Hier möchte ich komplett plastikfrei sein also nur Materialien verwenden die früher oder später wieder zu Erde werden.

Dann halte Dich an diese DIN Norm:

# Nach DIN-EN 13432 bedeutet Bioabbaubarkeit, dass sich ein Material nach
# einer festgeschriebenen Zeit unter definierten Temperatur-, Sauerstoff- und
# Feuchte­bedingungen in der Anwesenheit von Mikroorganismen oder Pilzen
# zu mehr als 90% zu Wasser Kohlendioxid und Biomasse abgebaut haben muss.

Offline Jiver78

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Re: plastikfreie Bio-Caches
« Antwort #2 am: 18. Mai 2017, 16:47:24 »
Vergiss das Thema Glas und Vegetationsbrände. Der DWD hatte dazu eine Forschungsinitiative mit dem Ergebnis: selbst wenn Glas so über dem Erdboden (mit brennbarer Streu) angebracht ist, dass das Streu genau im Brennpunkt liegt UND das Licht nonstop aus der gleichen Richtung kommt (in der Natur völlig illusorisch) wird kein Brand verursacht.
Hier noch eine Zusammenfassung: http://fireblog.boku.ac.at/2012/06/07/442/
Hier ein Link zur Dipl-Arbeit: http://www.soil.tu-bs.de/mitarbeiter/dipl_detail.php?lang=de&id=42
Bei Interesse hab ich den Artikel (AFZ Der Wald - 2007/18) noch bei mir bei meinen Feuerwehr-Ausbildungsunterlagen.
Selbst die australischen Waldbrandökologen führen das als "Myth #1" in ihren Ausbildungsunterlagen (http://www.bushfireeducation.vic.edu.au/verve/_resources/Bushfire_Myths__misconceptions.pdf ).

Und ja, es geistert leider noch immer und wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit durch's Netz und die Presse.

Vegetationsbrände entstehen durch
- weggeworfene Kippen (ich stoße immer wieder auf verwunderte Cacher, wenn ich ihnen erkläre, dass Rauchen vom 1.3. bis 31.10. im Wald und 100 Meter darum herum (!) verboten ist (betrifft hier die Landeswaldgesetze BaWü, Hessen und RLP, die anderen betreffen mich nicht. Da wird aber vergleichbares drin stehen)
- Katalysatoren von wild parkenden Autos (Cachemobilen in kürzest möglicher Distanz zum Cache geparkt, Hundemuggel-, Jogger- etc-Autos, Motorräder, ...)
- Blitze

Grüße
Jochen
« Letzte Änderung: 18. Mai 2017, 16:49:05 von Jiver78 »

Offline dogesu

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Re: plastikfreie Bio-Caches
« Antwort #3 am: 19. Mai 2017, 16:28:23 »
Ideen für einen umweltverträglichen Cachebhälter:

umhülle eine Konservendose mit Frischhaltefolie (nur zum Trennen, wird danach entfernt) und umwickle die Dose dicht mit Juteschnur. Dieses Gebilde dick mit Weißleim einschmieren, trocknen lassen und danach die Konservendose/Frischhaltefolie entfernen. Für eine bessere Beständigkeit kann man das ganze noch mit Leinöl/Firnis bestreichen. Als Boden/Deckel könnte man Holzscheiben mit Randnut verwenden.

Zur Beständigkeit einer solchen Konstruktion kann ich allerdings keine Aussage machen, weil ich es selbst noch nicht ausprobiert habe. Außer Holzscheiben als "Logzettel" könnte man auch Leder nehmen.

Was ich auch schon gesehen habe, waren Salzteiganhänger in einem Baum, die mit Edding beschriftet werden mußten. Diesen Cache gab es allerdings nur wenige Monate.

Eine weitere Idee ist, aus Holz einen Kasten zu zimmern, der über einen Haufen Kieselsteine gestülpt wird. Geloggt wird mit Edding auf Stein. Der benötigte Edding könnte innerhalb des Holzkastens eine Befestigung finden.

Ähnlich die Idee, im Wald ein Holzbrett und ein Messer (wenn es einen Holzgriff hat, wird es irgendwann auch biologisch zerlegt) zu depoinieren und man muß seinen Namen mit dem Messer einritzen.

Möglichkeiten gibt es da sicher noch viele, doch wird solch ein "naturverträglicher" Cache immer mit einem erhöhten Wartungsaufwand verbunden sein.

Glas mit Korken: das wird auch nur eine begrenzte Zeit lang dicht sein, weil der Korken aufgrund seiner Konstitenz dazu neigt, wegzubröseln und dann nicht mehr abdichtet.