Autor Thema: Geocacher sind alle Umweltsünder  (Gelesen 1274 mal)

Offline dl8ndm-1

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Geocacher sind alle Umweltsünder
« am: 30. Mai 2016, 10:21:03 »
Hört sich hart an, ist aber so. Jeder Punkt auf der Karte (und besonders bei GC) bedeuted absichtlich herbeigeführter Plastikmüll in Form eines Caches oder Stages (mit Ausnahmen). Von dem Inhalt in vielen gar nicht zu sprechen.


Ich plädiere seit einiger Zeit dafür weg von Tupperdosen, Filmdosen und Petlingen hin zu Holz oder anderen natürlichen Materialien zu gehen. Das flüssige Holz von einem Erfinderpaar bietet da besonders tolle Möglichkeiten da es in jede Form gegossen werden kann (könnt ihr googeln-ich mache keine Schleichwerbung hier). Noch ist diese Erfindung nicht für Geocaching erschlossen, aber das könnte sich ändern. Die paar Euro mehr sollte uns die Umwelt wert sein.


Doch es muß kein fertiges Produkt sein. Wer will und kann sollte selbst etwas basteln. Ich beobachte in letzter Zeit die Unsittte Micros in Small-Behälter und diese widerum in eine Röhre oder ähnliches zu stecken. Letztlich passt dann nur noch ein Logzettel rein. Und alles andere ist PLASTIK.


Gut verbautes Naturmaterial ist genauso dicht wie eine Plastikdose und dazu noch atmungsaktiv. Wird doch mal was nass, trocknet es wieder (im Gegensatz zu Plastik wo das Wasser drinbleibt).


Wer weder Zeit noch Geld hat...es gibt genug Sachen im Netz die hergeschenkt werden und die man als Cache nutzen kann. Da muß man halt die Location entsprechend wählen damit auch größere Sachen platziert werden können oder nutzt doch einfach bereits vorhandenes vor Ort. In eine große immer trockene Baumhöhle muß nicht unbedingt zusätzlich eine Dose rein..das geht auch ohne oder mit kleinern Brettern (Holzresten) als Wind/Sichtschutz (die man mit Rinde kaschieren kann).


Ich will eigentlich einmal sensibilisieren denn die Punkte insbesondere auf GC (dort werde ich es in nächster Zeit auch ansprechen..auf FB Oberfranken habe ich es schon) werden immer mehr und dadurch der Cache-Müllberg größer.
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Offline Kassena Tomat

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #1 am: 30. Mai 2016, 11:02:13 »
Das ist zum einen sehr pauschalisierend und zum anderen etwas viel verlangt, wenn auch gut gemeint.

In einem gebe dir recht - der Verpflichtung, einen archivierten Cache zu entsorgen, kommen viele Cacher leider nicht nach. Oder sie pflegen ihn nicht, geben nach kurzer Euphorie das Hobby wieder auf und lassen ihre Dose(n) dann einfach vor sich hin rotten. So lange der Cache aktiv ist und gepflegt/gewartet wird, ist aber alles in Ordnung und das kann ich (als durchaus sehr umweltbewusster Mensch) nicht als Umweltverschmutzung ansehen.

Plastik bzw. Kunststoff ist nun einmal leicht verfügbar und (wenn ein vernünftiger Behälter gewählt wird) wetter- und feuchtigkeitsbeständig. Hier nun zu verlangen, alle sollen auf natürliche Materialien ausweichen, ist realitätsfern. Sollen die am besten noch kompostierbar sein?  ;)

Und auch wenn es (zumindest bei geocaching.com) sehr viele Caches gibt - im Vergleich zum "normalen" Müll, der leider zunehmend überall anzutreffen ist, stellen einige aufgegebene Caches noch das kleinste Problem dar.

Offline mic@

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #2 am: 30. Mai 2016, 11:08:18 »
Zitat von: dl8ndm-1
Jeder Punkt auf der Karte (und besonders bei GC) bedeuted absichtlich herbeigeführter Plastikmüll in Form eines Caches oder Stages (mit Ausnahmen).

Daher bin ich ein großer Fan von Virtuals jeglicher Art wie z.B. Webcam- oder Safari-Caches.
Und zumindest Letztere sind absolut wartungsarm und umweltschonend.

Offline dl6hbo

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #3 am: 30. Mai 2016, 11:13:57 »
Zitat von: dl8ndm-1
Jeder Punkt auf der Karte (und besonders bei GC) bedeuted absichtlich herbeigeführter Plastikmüll in Form eines Caches oder Stages (mit Ausnahmen).

Daher bin ich ein großer Fan von Virtuals jeglicher Art wie z.B. Webcam- oder Safari-Caches.
Und zumindest Letztere sind absolut wartungsarm und umweltschonend.

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Gruß, Rainer ( dl6hbo )
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Offline dl8ndm-1

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #4 am: 30. Mai 2016, 11:51:44 »
Das ist zum einen sehr pauschalisierend und zum anderen etwas viel verlangt, wenn auch gut gemeint.


Plastik bzw. Kunststoff ist nun einmal leicht verfügbar und (wenn ein vernünftiger Behälter gewählt wird) wetter- und feuchtigkeitsbeständig. Hier nun zu verlangen, alle sollen auf natürliche Materialien ausweichen, ist realitätsfern. Sollen die am besten noch kompostierbar sein?  ;)




Nein, das ist gar nicht pauschalisierend. Ich erlebe es selbst so. Wenn man so 50 Caches am Tag macht merkt man es richtig.....


Daß Plastik leichter verfügbar ist sollte kein Grund sein. Wenn z.B. von dem flüssigen Holz genug Abnehmer da sind würde es sicher nicht mehr als Petlinge kosten und verfügbar ist es auch so..man muß nur wollen. Wer ebay-Kleinanzeigen kennt weiß daß es täglich Auflösungen gibt und viel was für Caches geeignet ist. Ich selbst habe davon Schränkchen und Holztruhen/kisten für Caches. Und das kostet nichts außer das abholen. Für kleinere Sachen kann man anderes nehmen.


Kompostierbar? Nun Holz vermodert wenn es keinen Schutzanstrich bekommt..und wieso auch nicht. Da nimmt man halt wieder einen neuen Behälter (oder man streicht es ab und an). Feuchtigkeitsbeständig mag der Behälter aus Plastik sein, aber das ist bestimmtes Holz auch. Plastik hält aber die Feuchtigkeit drin wenn sie mal reingekommen ist, von Kondenswasser gar nicht zu sprechen. Ich habe genug nasse Logbücher in Plastikdosen erlebt.


Es muß ein Umdenken erfolgen. Das geht nicht von heute auf morgen aber überlege mal wieviel Plastik wohl noch ausgelegt wird und viele kaufen das auch noch neu. Dann diese Unsitte von Micros (Filmdosen) im Wald. Gut, sie stören den Wald nicht...aber wenn sie mal von Wetter oder Wild freigelegt werden dann gibt das kein gutes Bild (und ärgert wohl so manchen Waldbesitzer oder Naturfreund). Glaub mir, früher hat mich das nicht sonderlich gestört, aber jetzt wächst es langsam unverhältnismäßig an da jeder Neuling es nachmacht. Auf OC hält es sich nur deshalb in Grenzen weil hier die Masse nicht ist, aber auf GC wo ich teilweise 5 Filmdosen im Abstand von 300 Metern habe (bei den Multis noch mehr) würde bei der Entwicklung in -sagen wir mal- 30 Jahren die gesamte BRD flächendeckend "zugemüllt" sein. ;)  Aber dann braucht es auch gar kein GPS mehr, einfach mal auf gut Glück suchen reicht schon :)
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Offline ekorren

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #5 am: 30. Mai 2016, 12:41:16 »
Wenn man so 50 Caches am Tag macht merkt man es richtig.....
... dass allein die Fahrt mit dem Auto zum "Wander"parkplatz die größte Umweltsünde ist. Oder wieviele Caches muss man machen, bis man das merkt?

Ich möchte Plastik in der Natur nicht verharmlosen, aber trotzdem gilt: Im Verhältnis zur Menge anderen Mülls, der sich vor allem entlang von Straßen und um Grillplätze und Parkplätze herum ansammelt, im Verhältnis zum Dreck und Energieverbrauch bei der Produktion und dem Betrieb von Kraftfahrzeugen reden wir hier von vollkommen irrelevanten Mengen. Wer anders als zu Fuß oder mit dem Fahrrad (kein E-Bike) zur Dose kommt, sollte nicht mit dem Finger auf angebliche Umweltsünden anderer zeigen.

Offline dl8ndm-1

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #6 am: 30. Mai 2016, 12:55:59 »
Wenn man so 50 Caches am Tag macht merkt man es richtig.....
... dass allein die Fahrt mit dem Auto zum "Wander"parkplatz die größte Umweltsünde ist. Oder wieviele Caches muss man machen, bis man das merkt?

Ich möchte Plastik in der Natur nicht verharmlosen, aber trotzdem gilt: Im Verhältnis zur Menge anderen Mülls, der sich vor allem entlang von Straßen und um Grillplätze und Parkplätze herum ansammelt, im Verhältnis zum Dreck und Energieverbrauch bei der Produktion und dem Betrieb von Kraftfahrzeugen reden wir hier von vollkommen irrelevanten Mengen. Wer anders als zu Fuß oder mit dem Fahrrad (kein E-Bike) zur Dose kommt, sollte nicht mit dem Finger auf angebliche Umweltsünden anderer zeigen.


Solche Argumente ziehen bei mir nicht. Das sind Politikerreden. Das relativieren indem man Vergleiche herbeizieht ändert nichts an der Tatsache daß es so ist. Im Vergleich zu einem Müllberg ist eine Filmdose gering...aber sie ist da. Und es ist nicht nur eine..und es werden mehr. Wollen wir warten bis es soviele sind wie beschrieben?


« Letzte Änderung: 30. Mai 2016, 12:58:22 von dl8ndm-1 »
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Offline Kassena Tomat

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #7 am: 30. Mai 2016, 13:22:22 »
An die Virtu-Fans: Auch wenn diese naturgemäß keinen Müll verursachen, ist das für mich kein richtiges Geocachen. Virtus nehme ich ab und zu mal mit, und gelegentlich ist auch mal ein richtig interessanter dabei, aber eine Lösung für das angesprochene Problem ist das nicht. Da müsste schon geocaching.com in seinen Richtlinien physische Caches verbieten und das käme dem Ende dieses Hobbys sehr nahe.

Ich selbst cache erst seit ca. 1,5 Jahren, habe erst (oder schon?) gut 1000 Funde, aber in der Praxis spielt nach meinen bisherigen Erfahrungen das Thema keine besonders große Rolle. Da ärgert mich schon eher der schlechte Zustand vieler aktiver Dosen.
Ich finde durchaus, man kann sich beim Cachen anderswo sehr viel eher umweltgerecht verhalten, wie z. B. bei den angesprochenen Autos. Wir oft lese ich in den Logs von FTF-geilen Cachern: "Als die Meldung über den neuen Cache xyz eintraf, setzte ich mich sofort in mein CM und fuhr quer durch die Stadt dorthin..." Das ist weder relativierend noch Politikergerede, sondern Tatsache. Aber wer schon eine Auto (!) als Avatarbild hat, wird das sicher nicht sehen wollen.

Auch das Legen von Caches an kritischen Stellen, die Schäden an der Natur provozieren (wie z. B. Cacherautobahnen oder beschädigte Äste/Rinde an Bäumen bei Klettercaches), finde ich viel bedenklicher.

dl8ndm-1 kann gerne mit gutem Beispiel voran gehen und nur selbstgezimmerte Holzdosen legen. Da spricht ja auch überhaupt nichts gegen. Aber bitte beim Schutzanstrich daran denken, dass dieser auch bitteschön 100 %ig biolgisch abbaubar und schadstofffrei ist!

« Letzte Änderung: 30. Mai 2016, 13:28:56 von Kassena Tomat »

Offline dl8ndm-1

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #8 am: 30. Mai 2016, 13:45:38 »
@Kassentomate ;)


Du musst hier nicht persönlich werden. Dies war ein Beitrag zum Nachdenken. Auch mag ich es nicht wenn man Vorurteile über mich hat..und das nur aufgrund eines Avatarbildes.


Es ist sehr wohl relativierend und Politikergerede wenn man Tatsachen verschleiern will, auch dann wenn man andere Tatsachen anführt die gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Wie man zum Cache kommt ist ein anderes Thema. Dazu kannst du gerne einen eigenen Thread aufmachen.


Ich habe auch nie gesagt daß ich was besseres bin. Allerdings was das Thema betrifft lege ich sehr wohl schon lange kein Plastik mehr aus. Und ich versehe Holz auch nicht mit Schutzanstrich wenn ich es als Cache auslege. Das ist gar nicht nötig. Ein Baum braucht das ja auch nicht..und selbst wenn er tot ist hält er noch Jahrzehnte.


Ich bin froh daß ich auf Widerstand stoße. Zeigt es doch daß ich einen Nerv getroffen habe und die Abhängigkeit in die sich viele Cacher begeben haben ohne es wirklich zu realisieren. Es sind doch gerade die welche sich als angebliche Naturschützer darstellen und dann beim ansprechen auf die Plastikdose empfindlich reagieren. ;)



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Offline ekorren

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #9 am: 30. Mai 2016, 13:49:19 »
Wenn man so 50 Caches am Tag macht merkt man es richtig.....
... dass allein die Fahrt mit dem Auto zum "Wander"parkplatz die größte Umweltsünde ist. Oder wieviele Caches muss man machen, bis man das merkt?

Ich möchte Plastik in der Natur nicht verharmlosen, aber trotzdem gilt: Im Verhältnis zur Menge anderen Mülls, der sich vor allem entlang von Straßen und um Grillplätze und Parkplätze herum ansammelt, im Verhältnis zum Dreck und Energieverbrauch bei der Produktion und dem Betrieb von Kraftfahrzeugen reden wir hier von vollkommen irrelevanten Mengen. Wer anders als zu Fuß oder mit dem Fahrrad (kein E-Bike) zur Dose kommt, sollte nicht mit dem Finger auf angebliche Umweltsünden anderer zeigen.
Solche Argumente ziehen bei mir nicht. Das sind Politikerreden. Das relativieren indem man Vergleiche herbeizieht ändert nichts an der Tatsache daß es so ist. Im Vergleich zu einem Müllberg ist eine Filmdose gering...aber sie ist da. Und es ist nicht nur eine..und es werden mehr. Wollen wir warten bis es soviele sind wie beschrieben?

Klingt für mich, wie wenn ich da einen wunden Punkt getroffen habe.

"Politikerreden" ist für mich übrigens vor allem, mit viel Brimborium auf irgendwelchen irrelevanten Nebenschauplätzen untaugliche und wirkungslose Lösungen zu präsentieren.

Offline dl8ndm-1

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Re: Geocacher sind alle Umweltsünder
« Antwort #10 am: 30. Mai 2016, 13:52:37 »
@ ekorren (oder so)


Welcher wunder Punkt? Ich denke eher daß ICH einen wunden Punkt angesprochen habe. Da ich ein Tangent bin habe ich keinen wunden Punkt. Das was manche (in mir) sehen ist nur eine Selbstreflektion ihres eigenen Ichs.
« Letzte Änderung: 30. Mai 2016, 13:54:37 von dl8ndm-1 »
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